Anlagenmechaniker

Beruf als

Benötigte Ausbildung

3,5-jähriger Ausbildungsberuf in der Industrie

  • Work-Life Balance:
  • Einstiegsgehalt:

2000,00 €

  • Spitzengehalt:

3400,00 €

  • Ø Bewerber pro Stelle:
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Was macht ein Anlagenmechaniker*?

Anlagenmechaniker sind wahre Allroundtalente. Sie planen, fertigen und montieren Rohrleitungssysteme sowie Industrieanlagen und halten diese instand.

Das Berufsbild wird gern verwechselt mit dem Anlagenmechaniker für Sanitär -, Heizungs – und Klimatechnik (SHK). Dieser Berufszweig ist jedoch stärker handwerklich orientiert und wird dementsprechend von den Handwerkskammern betreut. Anlagenmechaniker SHK sind für die Installation und Wartung ver- und entsorgungstechnischer Anlagen verantwortlich.

Anlagenmechaniker üben eine sehr abwechslungsreiche Tätigkeit mit einem hohen Verantwortungsumfang aus. Typischerweise sind für jede neue Anlage dabei die folgenden Arbeitsschritte auszuführen.

Planung

Zunächst beginnt der Anlagenmechaniker mit der Planung des Vorhabens. Hierzu geht er wie folgt vor:

  • Stücklisten und technischen Zeichnungen auswerten
  • Einzelne Arbeitsschritte festlegen
  • Montage- und Wartungspläne erstellen
  • Material und Werkzeug bereitstellen
  • Transport zur Baustelle planen

Bauteilfertigung

Anschließend erfolgt die Bauteilfertigung mit handgeführten Werkzeugen oder Maschinen. Im Laufe der Berufsausbildung werden die hierfür notwendigen handwerklichen Fähigkeiten erlernt. Folgende Tätigkeiten sind im Rahmen der Bauteilfertigung typisch:

  • Zuschneiden, Abkanten und Biegen von Blechen
  • Ablängen und Biegen von Rohren
  • Fertigung von Bauteilen auf CNC-Maschinen
  • Überprüfen der Maßhaltigkeit der Werkstücke
  • Zusammenfügen von Komponenten zu Baugruppen z.B. durch Löten oder Schweißen
  • Einstellen und Prüfen der Funktionen

Montagearbeiten

Die Montage von Anlagen erfolgt in Industriehallen, häufig aber auch auf Baustellen oder vor Ort beim Kunden. Auszubildende fahren bereits ab dem 2. Lehrjahr mit zu solchen Auswärtseinsätzen. Zu den Montagearbeiten gehören:

  • Verbinden von Rohrleitungen
  • Einbau von Ventilen und Dichtungen
  • Anschluss von Druckbehältern
  • Inbetriebnahme der Anlage
  • Durchführen von Probeläufen und ggf. erforderlichen Korrekturmaßnahmen
  • Übergabe der Anlage an den Kunden
  • Einweisen des Bedienpersonals

Instandhaltung

Anlagenmechaniker kennen sich mit den von ihnen montierten Anlagen sehr gut aus. Folglich gehört auch deren Instandhaltung regelmäßig in ihren Aufgabenbereich und umfasst beispielsweise:

  • Durchführung von Wartungen
  • Austausch von Verschleißteilen
  • Auswerten von Echtzeitdaten
  • Nachjustieren der Anlage
  • Bedarfsweise Reparatur
  • Umbau und Erweiterung von Anlagen nach Entwurf mittels CAD-System

Voraussetzungen: Wie wird man Anlagenmechaniker?

Der Anlagenmechaniker ist ein anerkannter Ausbildungsberuf im dualen System, d.h. die Berufsausbildung findet im Betrieb sowie in der Berufsschule statt. Nach einer Ausbildungsdauer von 3,5 Jahren wird die Ausbildung mit einer Prüfung vor der regional zuständigen Industrie- und Handelskammer abgeschlossen.

Grundvoraussetzung für alle, die diesen Beruf erlenen wollen, ist eine hohe technische Affinität. Daneben sind handwerkliches Geschick und eine gute Hand-Auge-Koordination erforderlich.

Da zum Berufsbild ebenso das Lesen und Erstellen von technischen Zeichnungen und Schaltplänen gehört, sind Sorgfalt und Konzentrationsvermögen unerlässlich. Gute Mathematikkenntnisse sind erfoderlich, um beispielsweise den Materialbedarf berechnen zu können. Hinsichtlich der schulischen Vorbildung ist die Mittlere Reife empfehlenswert. Es gibt jedoch auch Absolventen von Hauptschulen oder Gymnasien, welche die Ausbildung erfolgreich abschließen.

Die Montage großer Anlagen, teilweise im Freien, stellt erhöhte Anforderungen an die körperliche Fitness. Anlagenmechaniker sollten daher physisch belastbar sein und über ausreichend Körperkraft zum Transport von Lasten und Handling von Maschinen verfügen.

Außerdem sollten sich Berufsanfänger darüber bewusst sein, dass Reise- und Montagetätigkeiten Teil des Berufsbildes sind. Auch wenn der Montageanteil je nach Branche und Arbeitgeber variiert, sollte die Bereitschaft hierzu vorhanden sein.

Gehalt: Was verdient ein Anlagenmechaniker?

Die Höhe der Ausbildungsvergütung ist im Vergleich zu der anderer Berufe recht hoch, variiert regional jedoch recht stark. Außerdem ist sie davon abhängig, ob ein Arbeitgeber tarifgebunden ist oder nicht. Für nicht tarifgebundene Ausbildungsbetrieb ist eine angemessene Höhe des Ausbildungsentgelts verpflichtend, die bei rund 80% des jeweiligen Tarifentgelts liegen sollte.

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales gibt die Verdienstmöglichkeiten wie folgt an:

  • 1. Lehrjahr 976 € bis 1.047 €
  • 2. Lehrjahr 1.029 € bis 1.102 €
  • 3. Lehrjahr 1.102 € bis 1.199 €
  • 4. Lehrjahr 1.141 € bis 1.264 €

Auch nach der Ausbildung variiert das Entgelt je nach Region, Branche und Unternehmensgröße. Im Durchschnitt können ausgelernte Facharbeiter mit einem monatlichen Einstiegsgehalt von 2.000 € brutto rechnen. Für erfahrene Fachkräfte sind in größeren Unternehmen Spitzengehälter von 3.400 € brutto möglich.

Einstiegschancen: Wie sieht die Situation auf dem Arbeitsmarkt für Anlagenmechaniker aus?

Wer sich für eine Ausbildung zum Anlagenmechaniker entscheidet, hat sehr gute Berufsaussichten. Branchenübergreifend herrscht ein Mangel an diesen qualifizierten Fachkräften. Bundesweit blieben seit Jahren sowohl offene Ausbildungsplätze als auch Facharbeiterstellen unbesetzt. Eine Bewerbung lohnt sich also durchaus.

Darüber hinaus gilt der Beruf als äußerst zukunftssicher. Die Nachfrage nach Anlagenmechanikern wird auch in Zukunft weiter steigen. Dies liegt zum einen an der großen Zahl älterer Arbeitnehmer, die künftig in Rente gehen werden. Diesen steht eine vergleichsweise geringe Anzahl an angehenden Auszubildenden gegenüber.

Zum anderen führt die fortschreitende Digitalisierung in diesem Beruf nicht zu einem Verlust an Arbeitsplätzen, sondern im Gegenteil zu einer noch größeren Nachfrage. Der steigende Grad der Technisierung führt zu einem hohen Bedarf an Arbeitskräften, die Montage und Wartung neuer Anlagen übernehmen.

Anlagenmechaniker erwerben im Laufe ihrer Ausbildung sehr gute handwerkliche Fähigkeiten sowie ein tiefgreifendes technisches Verständnis. Daher fällt ihnen auch der Quereinstieg in andere handwerklich ausgerichtete Berufe sehr leicht und erhöht ihre Arbeitsmarktchancen zusätzlich.

Arbeitgeber: Wer stellt Anlagenmechaniker ein?

So vielfältig wie das Berufsbild an sich, ist auch die Auswahl an potenziellen Arbeitgebern. Anlagenmechaniker sind in den Branchen Metallbau und -bearbeitung, Energie- und Wasserversorgung sowie der chemischen oder pharmazeutischen Industrie tätig.

Sie werden vorrangig von Unternehmen der Metallindustrie, des Rohrleitungs- und Industrieanlagenbau sowie des Apparate- und Behälterbau beschäftigt. Darüber hinaus sind Installations- und Versorgungsunternehmen sowie Unternehmen für Erdöl- und Erdgasförderung mögliche Arbeitgeber.

Karrierechancen: Welche Weiterentwicklungsmöglichkeiten gibt es?

Mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung muss die fachliche Ausbildung noch längst nicht abgeschlossen sein. Neben zahlreichen Fachlehrgängen zu Themen wie Energie-, Gebäude- oder Umwelttechnik, stehen Weiterqualifizierungsmöglichkeiten offen.

Facharbeiter mit Berufserfahrung können eine Meisterausbildung absolvieren und sich zum Industriemeister weiterqualifizieren. Eine andere Möglichkeit ist die Weiterbildung zum Staatlich geprüften Techniker der Versorgungstechnik.

Alternativ kann auch ein Studium in Betracht gezogen werden. Hier bieten sich die Studienrichtungen Versorgungstechnik, Verfahrenstechnik oder Maschinenbau an. Wer kein Abitur oder Fachabitur vorzuweisen hat, kann dennoch prüfen, ob die Möglichkeit des Studiums ohne Abitur in Frage kommt.

Wussten Sie schon,…

dass die heutige Ausbildungsordnung auf einer Neuordnung über die Berufsausbildung in den industriellen Metallberufen basiert, die bereits 2004 angestoßen wurde? Neben dem Anlagenmechaniker gehören Industriemechaniker, Konstruktionsmechaniker, Werkzeugmechaniker und Zerspanungsmechaniker zu den industriellen Metallberufen.

Nach einer mehrjährigen Erprobungsphase trat die aktuelle Ausbildungsordnung der Anlagenmechaniker zum 01.08.2018 in Kraft. Die Themen Digitalisierung, Datenschutz und Informationssicherheit wurden neu in den Lehrplan aufgenommen.

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*Hinweis: Für ein besseres Lesegefühl wird in diesem Text ausschließlich von „Anlagenmechaniker“ gesprochen, dies schließt natürlich alle Geschlechter mit ein.

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